Biogasanlage Bioenergie Meuchlein GmbH & Co. KG

Projektbeschreibung

Eine Vorreiterrolle bei Energiegewinnung aus Landschaftspflegematerial übernimmt die Bioenergie Meuchlein GmbH & Co. KG in Mittelfranken. Weder Fördermittel noch Landschaftspflegebonus erhält der Betreiber und erzeugt dennoch ein Drittel seines Stroms und Wärme aus diesem oft ungenutzten Material. Bei einer Anlagenleistung von 1MW ein enormer Anteil.
Das Mahdgut stammt von extensiven, überwiegend zweischürigen Wiesen, die teilweise im Natura 2000 Wiesenbrütergebiet „Altmühltal mit Brunst-Schwaigau und Altmühlsee“ liegen. Teils sind dies eigene, teils gepachtete Flächen in einem Radius von 8-10km um die Anlage. Der erste Schnitt von 80-150ha darf erst nach dem 1. Juli erfolgen. Ein zweiter findet im Herbst auf ca. 350ha statt. Alle Landschaftspflegebiomasse wird gehäckselt und dann in das Silo der Biogasanlage eingefahren. Für Mais und Landschaftspflegematerial (LAPF) steht nur ein Silo zur Verfügung, sodass erst das Gras dann der Mais darauf eingelagert wird.
Im Substratmix bilden Landschaftspflegematerial und Gras ein Drittel, ein weiteres Gülle und Festmist (von Rind, Pferd, Pute) und das letzte Drittel nehmen Mais und Ganzpflanzensilage (GPS) ein. Auch am Energieertrag habe das Landschaftspflegematerial einen Anteil von ca. 30-35% (d.h. 300-350kw), so der Geschäftsführer Herr Heidingsfelder, 5-8% weniger Ertrag als bei Grassilage von Wirtschaftsgrünland schätzt er. Dafür seien je Erntevorgang die Hektarerträge höher und über gute Trockenmasse (TM)- Gehalte verfüge das Material auch. Die durchschnittliche Verweilzeit liegt bei 120-150Tagen, die Rezirkulation eingeschlossen.
Die Biogasanlage Meuchlein des Typs NQ ist speziell auf dieses Substrat eingestellt. Zwischen Fermenter und Nachgärer (Langsamläufer) ist ein RotorKat geschaltet. Mechanisch zerkleinert er das durchlaufende Gärgemisch und sorgt für einen besseren Aufschluss. Nur Einbringsystem und die hohen TS-Gehalte im Fermenter geben Anlass zur Überlegung ob andere Technik hier noch Verbesserungen bringen könnte. Gut durchdacht ist der Eintrag der Gülle. Täglich werden 23m3 Gülle verwendet. Für den nahegelegenen Viehstall (150-170GVE) besteht eine unterirdische Leitung, so kann die Gülle direkt in das System gepumpt werden. Eine andere Leitung führt die Gärreste in die Grube zurück. Die Ausbringung auf dem Acker erfolgt mittels Schleppschläuchen.
Innovativ ist auch das Wärmenetz. Während der Ortsteil Meuchlein an das Nahwärmenetz angeschlossen ist, führt nach Colmberg eine 1,5km lange Gasleitung. Das Satelliten-BHKW (Blockheizkraftwerk) 380kW verstromt das Gas vor Ort und kann die Wärme ohne Verluste in das Netz einspeisen. Angeschlossen sind 16 Wärmeabnehmer – darunter Schule und Kindergarten. Der Pufferspeicher mit einem Volumen von 40m3 sorgt für den Ausgleich von Temperaturschwankungen.
Für 2012 hat die Bioenergie Meuchlein GmbH & Co. KG schon neue Pläne, Separator und Waage sollen eingebaut werden und danach? Herr Heidingsfelder schmunzelt „Für neues sind wir immer aufgeschlossen!“

Kurzportrait

Verwertete Biomasse:
Landschaftspflegematerial ( 1/3), Festmist & Gülle (1/3), Mais & GPS (1/3)
Art der Verwertung:
Nassfermentation
Lage des Projekts:
Meuchlein 19, 91598 Colmberg
Betreiber:
Bioenergie Meuchlein GmbH & Co. KG
Kontakt:
Geschäftsführer Rainer Heidingsfelder
E-Mail:
r.heidingsfelder@gmx.de
In Betrieb seit:
2006
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