Biogasanlage Ribbeck, Brandenburg

Projektbeschreibung


Spät gemähtes Gras? Für die Anlage im Havelland kein Problem.

Im brandenburgischen Ribbeck betreibt Peter Kaim eine Nassfermentation mit 380kW elektrischer Leistung. Deren Input besteht zu rund einem Viertel aus Gras. Das Besondere: Gemäht werden darf frühestens ab Mitte Juni, auf einem Teil der Flächen auch erst ab Mitte Juli. Und während andere Biogasanlagenbetreiber ihr Grünland 4-5x jährlich mähen, finden auf den 90ha Grünland des Havellandhofs Ribbeck GbR nur zwei Schnitte jährlich statt. So setzt sich der Substratmix wie folgt zusammen:

Grassilage aus KULAP-Flächen (26%), Gülle (26%), Rinder-/Schafmist (16%), Futterroggen (14%), Maissilage (18%)

Und seit 2011 hat die Biogasanlage Ribbeck eine ganz besondere Kultur im Anbau: Das Szarvasi-Gras auch Riesenweizengras genannt. Gestartet wurde 2011 mit einer Anbaufläche von 5ha. Die guten Erträge von 50t/FM ha überzeugten Peter Kaim und so wurden im Jahr 2013 weitere 16ha dieser Dauerkultur angelegt.

Mit dem Ziel einer dezentralen und an den Standort angepassten Reststoffnutzung wurde die Biogasanlage des Typs BioConstruct von Anfang an auf die Verwertung von Mist und Gras abgestimmt. Dem dezentralen Gedanken folgt auch die Substratbeschaffung - der gesamte Bedarf stammt aus einem Umkreis von 10km rund um die Anlage. Der separierte Gärrest dient als wertvoller Wirtschaftsdünger für alle Flächen des Betriebes.

Den Transport des gehäckselten Materials in die Fahrsilos übernehmen die Havellandhof Ribbeck GbR oder Lohnunternehmer. In der Nassfermentation, bestehend aus Fermenter, Nachgärer und Gärrestelager erzeugt die Anlage 3,23 Mio kW Strom im Jahr. Für die entstehende Wärme gibt es ein intelligentes Nutzungskonzept: Ein Drittel des Ortes Ribbeck ist bereits an das 1,3km lange Wärmenetz angeschlossen. Zu den 18 Wärmeabnehmern zählen auch das Schloss Ribbeck, die alte Brennerei und die Kirche. Ist der Wärmebedarf im Dorf gering, können über die Trocknungsanlage Getreide, Körnermais oder Hackschnitzel getrocknet werden.

Die Investitionskosten beliefen sich für die 2010 errichtete Anlage auf rund 2 Mio EUR – davon entfielen 1,6 Mio EUR auf die Biogasanlage und 0,4Mio EUR auf Fernwärmenetz und Trocknung. Jährlich kommen Substratkosten in Höhe von 180 – 200.000EUR hinzu. Dem gegenüber stehen Einnahmen von rund 20 Cent je kWh/Strom.

Insgesamt ein wirtschaftliches Konzept, bei dem der Betreiber mit einer Amortisationsdauer von 12 Jahren rechnet.

Kurzportrait

Verwertete Biomasse:
KULAP – Gras mit festgelegten Schnittzeitpunkten Mitte Juni, Anfang Juli und Mitte Juli, Gülle, Rinder- & Schafmist, Futterroggen, Mais
Art der Verwertung:
Nassfermentation
Lage des Projekts:
Alte Hamburger 25, 14641 Nauen – OT Ribbeck
Betreiber:
Kaim agrar energie GmbH & Co., KG
Kontakt:
Peter Kaim
E-Mail:
info@kaim-agrar.de
Link:
http://www.kaim-agrar.de
In Betrieb seit:
Oktober 2010
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